FREIE GEMEINDE THEIA LAON

Europas Götter leben

Wer gibt, dem wird gegeben





Im Frühjahr des Jahres 420 vor Christus, der große Krieg gönnte Athen gerade eine Pause, beschloss Dionysos wieder einmal selbst in Menschengestalt den Feiern der Dionysien, die zu seinen Ehren abgehalten wurden, beizuwohnen. Diesmal jedoch wollte er auch seinen Bruder Hephaistos überreden, ihn zu begleiten. Das sollte ihm schwer fallen, erinnerte sich Hephaistos doch noch gut daran, wie Dionysos ihn trunken auf den Olymp entführte, um Hera von den Ketten des goldenen Thrones zu befreien.




Dionysos führt Hephaistos zu Hera auf den Olymp.

Darstellung auf einer griechischen Vase, gefertigt etwa im Jahr dieses Ereignisses (420 vor Christus).


Doch es gelang dem überzeugenden Verführer, die Begleitung des Bruders zu erwirken.                                                    Gemeinsam verfolgten Sie die Spiele und verbrachten unbeschwerte Tage wie tausende Athener, die sich des im Vorjahr noch ersehnten und nun eingetretenen Friedens erfreuten.                                                                                                                               Die Brüder in Menschengestalt hatten vorgesorgt und sich reichlich mit Silbergeld eingedeckt, mussten sie doch unerkannt für ihre Vergnügen in barer Münze zahlen. Es kam wie es kommen musste: Während Hephaistos noch schwer an seinem Beutel trug, gingen Dionysos bereits am dritten Tage die Drachmen aus. So wandte er sich an seinen Bruder, mit der Bitte ihm auszuhelfen. Dieser gab ihm freizügig, denn er benötigte so viele Eulen nicht und wusste, das Dionysos nach Rückkehr in die göttliche Gestalt jederzeit in der Lage war, neue zu beschaffen.                                                                                                                                           Als der trunkene Gott in Menschengestalt am letzten Tag des Festes jedoch auch seine letzte Tetradrachme forderte, entgegnete Hephaistos ihm mit einem Aufruf zur Mäßigung und gab dieses letzte Silberstück erst nachdem ihm sein Bruder versprach, er werde ihn mit reichlich Nahrung für seine Feuer belohnen, mindestens jedoch dieses Silberstück jährlich mit Φ (also etwa 1,618) Prozent Zins und Zinseszins vergüten, wenn er je vergessen sollte, es ihm zurück zu geben.

Fast zweieinhalbtausend Jahre später freute sich Hephaistos über Menschen, die sich seiner erinnerten und über die Anerkennung, die ihm, dem hinkenden und arbeitenden Gott, von diesen zuteilwurde.                                                                        Als diese ihm opferten, wollte auch er sie beschenken. Womit jedoch? Was sollte er ihnen geben?                                                Das Feuer hatten die Menschen gebändigt und genutzt, und statt der Götter ließen sie jetzt Robotermaschinen für sich arbeiten. Wonach strebten sie?  Er sah es: Geld, Gold und Silber galt wie eh und je. Und ausgegeben wurde es mehr den je für die Freuden des Dionysos.   Da erinnerte er sich an die Tetradrachme, mit der er diesem vor über 2400 Jahren ausgeholfen hatte und die dieser natürlich vergessen hatte.                                                                                                                                                   Jetzt aber wollte er sich dieses Geldstück zurückholen und es samt der versprochenen Zinsen den Menschen, die ihn verehrten, zukommen lassen.  Dionysos der sich über die Jahrtausende im Gegensatz zu seinem Bruder der besonderen Verehrung durch die Menschen sicher war, willigte ohne nachzudenken sofort ein und wandte sich dem reichlich vorhandenen Silber seiner griechischen Heimat zu, um die Zahlung zu vollziehen.                                                                                                                            Jetzt erst kam ihm der Gedanke, dass er ja noch den versprochenen Zins berechnen müsse und sofort war ihm klar, was ihm da widerfahren war: Diese Summe kann selbst ein Gott nicht zahlen; dies ist mehr Geld als es je auf der Erde gegeben hat.    Kleinlaut musste er Hephaistos bitten, ihm doch einen Teil seiner unendlichen Schuld zu erlassen, die er so unbedacht angehäuft hatte. Hephaistos war nicht daran gelegen, seinen Bruder zu ruinieren und den Menschen ihren Gott des Vergnügens zu rauben. So begnügte er sich mit einem neuerlichen Versprechen des leichtlebigen Olympiers:                                                                  Dieser werde den von Hephaistos Erwählten seine Drachmen ebenso dauerhaft und regelmäßig zukommen lassen, wie er die bewußte Tetradrachme vom Fest der Dionysien des Jahres 420 v.d.Z. vergessen hatte.

Seither freuen sich die Mitglieder der Gemeinde Theia Laon über die mehr oder weniger regelmäßigen Gaben des Gottes und huldigen Hephaistos und Dionysos gleichermaßen.                                                                





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